Ein schlagkräftiges Team von Mitarbeitern der Vorpommerschen Landesbühne räumt zurzeit die Gebäude des ehemaligen VEB Waagenbau in Anklam aus. Seit gut 20 Jahren nutzte das Theater die großen Hallen als Lager für Requisiten und Kulissen. Nun werden die Teile auf andere Gebäude verteilt, denn das Gelände des Waagenbaus muss bis Ende Februar geräumt sein. Hier soll ein großes Einkaufszentrum entstehen. Jahrzehnte Theatergeschichte gilt es zu sichten und zu bewerten. Manchen Arealen des Waagenbaus muten wie ein Gebrauchtwarenhaus an. Kühlschränke, Herde, Tische und Bänke stapeln sich. Auch Särge gibt es in verschiedenen Varianten. 

Das große Ausräumen wird auch als Inventur genutzt: Was kann wirklich weg, was wird eventuell nochmal für andere Inszenierungen genutzt? Haben die Götter-Statuen, die die Vineta-Bühne einst zierten noch die Chance zur Auferstehung oder nicht? Die Theaterleute, insbesondere die Fachleute aus den Werkstätten haben da ein gewichtiges Wörtchen mitzureden. Entscheidend ist der Zustand der Requisiten und Bühnenteile. Auf schöne Erinnerungen an besondere Inszenierungen kann leider keine Rücksicht genommen werden. Es gilt das Prinzip: Nur das Nötigste wird behalten. Der Zapfsäule aus „Die drei von der Tankstelle“ und Spaten der sieben Zwerge werden vielleicht nochmal gebraucht – ergo finden sie einen Platz in den großen Containern, die 36 Kubikmeter fassen. Anderes kommt unweigerlich weg. 

Unbestrittener Vorteil diese Aktion, die Cornelia Flesch leitet, ist, die Theaterleute wissen am Ende genau was sich wo im Fundus befindet. Die Arbeit ist nicht einfach, auch ob der Kälte, die im Waagenbau herrscht. Und die Zeit drängt, nicht nur dass bis Ende Februar die Aktion wegen des Abrisstermins, abgeschlossen sein muss. Auch die Vorpommersche Landesbühne spielt ab 22. Februar wieder und dann werden alle Hände auf den Bühnen gebraucht.